
Mittwoch, 10.02.2010

Labrador „Blacky“ rettet Kristijan aus dem Eis!
Kristijan (12) aus Hannover-Misburg, ein Freund und Labrador „Blacky“ toben nahe des Mittellandkanals an einem kleinen Teich herum.
Der Schüler: „Auf einmal rannte Blacky aufs Eis – ich bin sofort hinterher, dachte, er bricht ein.“
Doch da knackt das brüchige Eis schon unter dem Schüler, Kristijan rutscht ins eiskalte Wasser: „Ich konnte mich kaum noch bewegen, so kalt war das.“
Doch „Blacky“ sieht die Gefahr sofort: In Sekundenschnelle schlägt er seine Zähne in den Ärmel der dicken Winterjacke seines Herrchens, zieht mit aller Macht. So kann sich Kristijan aus dem kalten Wasser befreien!
Sein Kumpel ruft die Polizei, die wärmt den Schüler im Streifenwagen auf, bis die Mutter ihn abholt.
Marijana M.: „Ich hatte wirklich Angst, zum Glück ist alles gut gegangen.“
Kristijan hat sich schon wieder aufgewärmt – und für „Blacky“ gibt‘s noch ein Extra-Leckerli als Belohnung.
http://www.bild.de/BILD/news/2010/02/04/labrador-blacky/rettet-junge-kristijan-aus-dem-eis.html

Hurra, ich wedele noch
... und das seit 25 Jahren. Das entspricht 175 Menschenjahren. Penny ist der älteste Hund der Welt und kommt aus dem Allgäu
Von GABI EISENRIEDER
New York ist eine tolle Stadt, dort ließ es sich gut leben für eine Dackeldame im rosa Pullover, die gern Erdnussbutterkekse naschte und auf den Namen Chanel hört.
Genau 21 Jahre war Chanel alt, als sie sich am vergangenen Dienstag in die ewigen Jagdgründe verabschiedete. Wäre sie ein Mensch gewesen, wäre sie 147 Jahre alt geworden. Einfach das Alter mal sieben nehmen, so rechnet man das um bei Menschen und Hunden.
„Ein Rekord!“, meldeten die Zeitungen diese Woche, verwiesen auf Chanels Eintrag im „Guinness-Buch der Rekorde“ und kondolierten: „Der älteste Hund der Welt ist tot.“ Ein Irrtum. Nicht, dass Chanel noch irgendwo rumschnuppern würde, aber sorry, die Älteste aller Hunde scheint sie wohl nicht gewesen zu sein.
Jetzt meldet sich Verena Wulf (68) aus dem Allgäu und sagt: „Meine Penny ist schon mindestens 25 Jahre alt und damit die wirkliche Rekordhalterin.“
Das Örtchen Neuenried, knapp 90 Kilometer westlich von Augsburg. Hier, inmitten von saftigen Wiesen und Wäldern, lebt Penny, die Berner Sennenhündin. Oder besser: Hier liegt Penny. Mit den Beinen läuft es nicht mehr so, die Muskeln lassen nach. Mit dem Kopf auf den Pfoten hat es sich die Hundedame vor dem Haus bequem gemacht, döst. Kater Simba will spielen, haut Penny gegen die Schnauze. Aber die ist längst altersweise, lässt das Theater wufflos über sich ergehen.
Etwa 25 Jahre muss Penny alt sein, und weil ein Hundejahr so anstrengend ist wie 7 Menschenjahre, ist Penny, wäre sie eine von uns, 175 Jahre alt! Ihr genaues Alter kennt niemand, 1985 ist sie den Wulfs zugelaufen. Aber Tierarzt Dr. Pohl aus Obergünzbach hat Pennys Gebiss analysiert, ist sich sicher: „Dieser Hund muss vor 1986 geboren worden sein.“
Familie Wulf – Vater, Mutter und drei Kinder – hält ihre Seniorin mit viel Liebe und frischer Luft am Leben. Jeden zweiten Tag wird Penny 6 Kilometer durch die Natur geführt, auch wenn es inzwischen beschwerlich wird.
„Vermutlich hat die Bewegung sie so lange gesund gehalten“, ahnt Verena Wulf, eine pensionierte Lehrerin. An besonderer Verköstigung oder teuren Medikamenten hat es jedenfalls nicht gelegen: „Wir haben dem Hund immer einfaches Dosenfutter gekauft. Und nicht gerade das teuerste.“
Zweimal ist Penny sogar Mama geworden, brachte insgesamt 13 Welpen zur Welt. Ihr Sohn Möter lebt bei den Nachbarn, ist 12 Jahre alt und ebenfalls topfit. So richtig krank war Penny in ihrem ganzen Leben nie, nur allmählich stellen sich die Zipperlein ein: Sie hört schlecht, und auf dem linken Auge sitzt der graue Star. „Pennys Zeit ist bald abgelaufen“, hatte Tierarzt Dr. Pohl schon vor sechs Jahren prophezeit, als die Hündin in eine Rauferei geraten war. Und wie es so ist auf dem Land, empfahl der Doc gleich einen Ersatz: „Schaffen Sie sich am besten schon mal einen neuen Hund an.“
Seitdem lebt Retriever Benjamin in der Familie. Er hat Penny nicht ersetzt, er ist ihr bester Freund geworden.
http://www.bild.de/BILD/ratgeber/haustier/bams/2009/09/06/aelteste-hund-der-welt/ich-wedel-noch.html

Höchstes Haus der Welt für Besucher geschlossen
Höchstes Haus der Welt für Besucher geschlossen
Dubai (dpa) - Das erst im Januar eröffnete höchste Gebäude der Welt in Dubai ist für Besucher bis auf weiteres nicht mehr zugänglich. Die Betreiber begründeten die Schließung des mehr als 800 Meter hohen Burj Chalifa mit zu großem Besucherandrang - schlossen aber auch Schäden nicht aus.
Seit der Eröffnung des Wolkenkratzers am 4. Januar haben sich Tausende von Touristen mit den schnellen Aufzügen in die 124. Etage fahren lassen, um von dort die Aussicht auf Dubai, das Meer und die Wüste zu genießen. Am Montag kam nun die überraschende Erklärung, dass die Besucherplattform vorerst geschlossen bleibt.
Nach Informationen der Nachrichtenagentur APN sprach der Eigentümer des Gebäudes, die Immobilienfirma Emaar Properties, von einem "unerwartet hohen Besucherandrang", räumte in einer weiteren Mitteilung jedoch auch Probleme an der Elektrik ein. Nähere Details wollte Emaar zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht nennen. Ebensowenig ist offenbar bekannt, ob weitere Etagen des 160-stöckigen Wolkenkratzers von den Problemen betroffen sind.
Touristen, die schon eine Eintrittskarte gekauft haben, bekommen entweder ihr Geld zurück oder können ihren Besuch auf einen späteren Termin verschieben. Wann der 828 Meter hohe Wolkenkratzer allerdings wieder für Besucher geöffnet wird, steht noch nicht fest.
Die Schließung des Prestige-Projekts ist eine weitere Negativschlagzeile für das krisengeschüttelte Emirat. Zum einen fehlt vorerst ein weiterer Anreiz für Touristen, von denen laut APN auch schon vorher immer weniger ins Land strömten. Zum anderen schreckt es potenzielle Investoren ab, die das hochverschuldete Dubai so dringend braucht.
http://portal.gmx.net/de/themen/reise/fernweh/9608804-Burj-Dubai-Hochhaus-der-Superlative.html

Spektakuläre Aufnahme einer so genannten Säule der Schöpfung im Adlernebel. Diese Stabsäule ist 9,5 Lichtjahre hoch. Sterne des Adlernebels werden in diesen Wolken geboren, die hauptsächlich aus Wasserstoff bestehen.
© NASA, ESA und das Hubble Heritage Team (STScI/AURA)

Potenzielles Alterungs-Gen gefunden
Die Forscher der Universität Leicester, vom King's College London und der Universität Groningen stießen auf das Gen, als sie die Beziehung zwischen bestimmten Krankheiten und der Alterung des Erbguts untersuchten, wie sie im Fachjournal "Nature Genetics" (online vorab) berichten.
Es gebe Hinweise, dass das Risiko altersbedingter Krankheiten wie Herzerkrankungen oder mancher Krebsarten enger mit diesem Chromosomen-Alter als mit dem tatsächlichen in Verbindung stünden, sagte Prof. Nilesh Samani von der Universität Leicester. Chromosomen sind die Träger des Erbguts.
Die Forscher untersuchten sogenannte Telomere, die wie eine Art Schutzkappen die Chromosomen-Endungen bedecken. "Menschen werden mit Telomeren einer bestimmten Länge geboren", sagte Samani. Diese verkürzen sich mit jeder Zellteilung, woran sich das Chromosomen-Alter ablesen lässt.
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Die Forscher fanden heraus, dass Menschen mit einer bestimmten Genvariante kürzere Telomere haben und biologisch älter aussahen. "Die Ergebnisse werfen die Frage auf, ob Menschen mit dieser Variante eher unter altersbedingten Erkrankungen leiden", sagte Samani.
Die Forscher analysierten mehr als 500 000 Genvarianten im menschlichen Chromosomensatz. "Die identifizierte Variante liegt nah beim Gen TERC, das schon dafür bekannt ist, eine wichtige Rolle im Erhalten der Länge der Telomere zu spielen", sagte Professor Tim Spector vom King's College London. "Unsere Studie legt nahe, dass manche Menschen genetisch so programmiert sind, dass sie schneller altern."
Nach Berechnungen der Forscher geht es dabei um drei bis vier Jahre. Die Genvariante könnte auch die Empfindlichkeit gegenüber äußeren Einflüssen erhöhen, die das Altern fördern, wie Rauchen, Fettleibigkeit oder zu wenig Bewegung.
London (dpa) - Britische und niederländische Wissenschaftler haben ein Gen entdeckt, das eine Schlüsselrolle beim Älterwerden spielen könnte.
http://portal.gmx.net/de/themen/wissen/mensch/9834786-Forscher-finden-Alterungs-Gen.html#.00000002

Dürre lässt Kiwis verhungern und verdurstenWellington (dpa) - Neuseelands bedrohtem Nationalvogel Kiwi macht eine Dürre schwer zu schaffen. Die flugunfähigen Tiere verhungerten und verdursteten, klagte der Vogelschützer Robert Webb in der Regionalzeitung "Dargaville News".
Die Hitze in der nördlichsten Provinz Northland habe den Boden so hart getrocknet, dass die Vögel kaum noch ihre Schnäbel durchstoßen könnten, um Würmer, Spinnen, Käfer und Larven zu finden.
Viele der nachtaktiven Tiere kämen vor Hunger auch am Tag heraus und stürben in der sengenden Sonne, berichtete Webb. Er selbst habe im vergangenen Monat sieben verhungerte oder verdurstete Kiwis gefunden. Ein vermutlich erst acht Tage altes Küken habe er aus der Mittagshitze von einem heißen Bürgersteig gerettet.
Das Neuseeländische Umweltministerium schätzt die Population des Nördlichen Streifenkiwis (Apteryx mantelli), der häufigsten Kiwi-Variante, auf etwa 25 000 Tiere. Die flugunfähigen Vögel sind besonders durch Hunde gefährdet.
http://portal.gmx.net/de/themen/wissen/tiere/9818992-Duerre-laesst-Kiwis-verhungern.html

Softdrinks erhöhen Krebs-Risiko um fast 90 Prozent
(miwa) - Wissenschaftler schlagen Alarm: Wer regelmäßig Softdrinks trinkt, hat ein deutlich höheres Risiko, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken.
Forscher der Universität von Minnesota (USA) führten unter 60.000 Männern und Frauen eine Langzeitstudie durch. Dafür beobachteten sie die Testpersonen über einen Zeitraum von 14 Jahren.
Das Ergebnis veröffentlichten sie nun in der amerikanischen medizinischen Fachzeitschrift "Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention". Die Wissenschaftler berichten, dass 140 der Testpersonen im Beobachtungszeitraum an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankten. Diejenigen Personen, die häufiger als zweimal pro Woche Softdrinks zu sich nahmen, hatten demnach ein um 87 Prozent höheres Krebsrisiko.
Professor Mark Pereira, der Leiter der Studie, schrieb zu möglichen Ursachen: "Die hohen Zuckerkonzentrationen in Softdrinks lassen das Insulin-Level im Körper ansteigen. Wir gehen davon aus, dass dadurch Krebszellen zum Wachsen angeregt werden." Bei Fruchtsäften hingegen konnten die Wissenschaftler kein erhöhtes Krebs-Risiko entdecken.
Bauchspeicheldrüsenkrebs gilt als eine der tödlichsten Krebsarten überhaupt: 95 Prozent der Betroffenen überleben die ersten fünf Jahre nach der Diagnose nicht. Das größte Problem ist Medizinern zufolge, dass die Krankheit oft erst in einem sehr späten Stadium entdeckt wird.

Rauch-Stopp meist erfolgreich ohne Hilfsmittel
San Francisco (dpa) Die meisten Raucher gewöhnen sich ihr Laster ohne Hilfsmittel wieder ab. Zu diesem Ergebnis kommen australische Wissenschaftler von der Universität Sydney nach einer Auswertung hunderter Studien.
Gesundheitsbehörden sollten diese Tatsache mehr betonen und nicht so stark auf Nikotin-Mittel oder professionelle Hilfe hinweisen, schreiben Simon Chapman und Kollegen im US-Fachjournal "PLoS Medicine". Im Gegensatz dazu stünden jedoch viele Anti-Raucher-Kampagnen, die Werbung für Produkte zum Tabakersatz machten. Die Wissenschaftler sehen die Gefahr, dass Raucher nicht mehr daran glauben, ohne Hilfsmittel von der Zigarette loskommen zu können.
Laut Chapman sind zwei Drittel bis drei Viertel der erfolgreichen Ex-Raucher ohne Ersatzmittel oder psychologische Hilfe vom Glimmstängel losgekommen. Sie hörten entweder von einem Tag auf den anderen auf, oder reduzierten langsam die Anzahl der Zigaretten. Wer erfolgreich mit dem Rauchen aufgehört habe, beurteile die Entwöhnung als weniger schwierig als erwartet, schreiben die Forscher. Sie beziehen sich dabei auf Studien aus dem englischsprachigen Raum. Für die aktuelle Auswertung bezogen Chapman und Kollegen 511 Studien aus den Jahren 2007 und 2008 ein.
Der Öffentlichkeit werde zunehmend das Bild vermittelt, dass Nikotinersatztherapien zum erfolgreichen Rauch-Stopp nötig seien. Diese "Medikalisierung" werde dadurch genährt, dass die Pharmaindustrie eine Vielzahl der Studien zur Rauchentwöhnung finanziere. In den USA würden beispielsweise pro Monat dreimal so viele Informationen zum Nikotin-Stopp von der Industrie verbreitet wie von der Regierung oder Nichtregierungsorganisationen.
Chapman und Kollegen zitieren auch eine Untersuchung über Studien, die sich mit dem Erfolg von Tabakersatzstoffen beschäftigen. Demnach schrieben 51 Prozent von Studien, die von der Industrie gesponsert wurden, Tabakersatztherapien einen entscheidenden Effekt bei der Rauchentwöhnung zu. Hingegen waren es bei Untersuchungen, die nicht von der Industrie bezahlt wurden, nur 22 Prozent.
Die Rache des Rosenkohls
(cze) - Pflanzen sind lange nicht so wehrlos, wie man gemeinhin annimmt: Um sich vor gefräßigen Raupen zu schützen, "ruft" beispielsweise der Rosenkohl Wespen zu Hilfe.
Das fand die Biologin Monika Hilker von der Freien Universität Berlin heraus. Laut ihrer Studie, die sie im Fachmagazin "Biological Review" veröffentlichte, setzt sich der Rosenkohl zur Wehr, sobald ein Schmetterling seine Eier auf seinen Blättern abgelegt hat.
Die Pflanze erkenne den Klebstoff, mit dem das Insekt seine Eier befestigt habe, so Hilker in der "Süddeutschen Zeitung", und verändere daraufhin ihre Blattoberfläche. "Das neue Muster erregt die Aufmerksamkeit bestimmter parasitärer Wespen", so die Biologin weiter. Diese legten dann ihre eigenen Eier in die Eier des Schmetterlings, die von Wespenlarven schließlich aufgefressen würden - und für den Rosenkohl somit keine Gefahr mehr darstellen.
Dieses und ähnliche Phänomene sind dem Bericht nach in der Pflanzenwelt weit verbreitet. Die Limabohne hat demnach eine ähnliche Verteidigungsstrategie wie der Rosenkohl im Repertoire, wie der Pflanzenökologe Martin Heil herausgefunden hat. Seinen Forschungen zufolge sendet die Pflanze bei Befall einen Duftstoff aus, der Schlupfwespen anlockt. Diese legen dann ebenfalls ihre eigenen Eier in die des Schädlings. Allerdings verlässt sich die Limabohne offensichtlich nicht nur darauf: Parallel sondert sie noch Nektartröpfchen ab, die Ameisen anlocken, die wiederum die Schädlinge vertreiben.
Hilfe von innen heraus bedient sich hingegen der Tabak. Dieser pumpt der "SZ" zufolge seine Blätter mit Nikotin voll, sobald sich ein Schädling an ihnen zu schaffen macht. Das Nikotin wirkt als Nervengift und lähmt den ungebetenen Gast schon nach wenigen Bissen. Gegen solche Substanzen können Schädlinge allerdings eine Resistenz entwickeln - gegen Wespen oder Ameisen hingegen nicht.
Die Elefantendame Schöpfi wird Dresden fehlen
Von Nadja Laske
Gestern früh musste der 50-jährige Dickhäuter eingeschläfert werden. Das Leiden des Tieres war nicht mehr zu lindern.
Sie war ein alter Elefant. Das haben alle gewusst. Auch, dass sie leidet und ihr Leben zu Ende geht. Doch der Abschied war schwer. Und die Entscheidung davor ebenso: Tierärzte haben Schöpfi gestern in den Morgenstunden zwei Spritzen gegeben. Nach der ersten schlief sie ein. Nach der zweiten hörte ihr Herz auf zu schlagen.
Allein sein, nicht im Rampenlicht stehen, keine Fragen beantworten, darum haben Jörg Burger, Schöpfis langjähriger Pfleger, und sein Team gebeten. Als ihr Schutzpatron hatte sich Burger einmal bezeichnet, der sie 25 Jahre lang fütterte, trainierte, streichelte und ihren Stall sauber machte. In den letzten Wochen aber konnte auch er immer weniger für das Tier tun. Kurzzeitig sah es so aus, als ob es sich noch einmal aufrappeln wolle.
Tierärzte zu Rate gezogen
Doch das Alter und etliche Krankheiten zermürbten seinen Körper. Schöpfis 50 Lebensjahre lasteten auf ihr, wie 90 Menschenjahre. "Wir mussten ihr immer mehr Schmerzmittel geben", sagte Zoodirektor Karl-Heinz Ukena gestern. Am Wochenende sei ihr Leiden nicht mehr mit anzusehen gewesen. Sie hatte Kreislaufschwierigkeiten, Ödeme an den Beinen und Atemnot, ihre Lymphknoten schwollen an. "So haben wir uns entschlossen, Schöpfi einzuschläfern", sagte Ukena.
Drei weitere Tierärzte aus Erfurt, Halle und Leipzig waren zu Rate gezogen worden. Die Feuerwehr war informiert. Sie brachte Schöpfis Körper gestern Vormittag nach Lenz bei Großenhain, wo sie heute obduziert werden soll. Zuvor aber gaben die Pfleger den Elefantenkühen Drumbo, Mogli und Sawu die Möglichkeit, sich von der toten Schöpfi zu verabschieden. Mit ihnen hatte sie jahrelang zusammen gelebt. Die einzige und älteste Elefantin war die Matriarchin der Gruppe gewesen. Einzeln führten die Tierpfleger die Dickhäuter zu Schöpfi ans Lager. Dort rüsselten sie ein wenig an ihrer Anführerin und gingen dann zur Tagesordnung über. So schilderte Ukena Schöpfis letzte Stunde im Dresdner Zoo.
Angekommen war sie hier im Oktober 1960. Damals war sie etwa ein Jahr alt, in Indien geboren, wo sie bis zu ihrer Reise übers Meer in einem Lager für Arbeitselefanten gelebt hatte. Als anlehnungsbedürftig, freundlich, neugierig und verspielt beschrieb ihr Pfleger Jörg Burger sie. Trotzdem blieb Schöpfi eine Einzelgängerin und schloss nie so enge Tierfreundschaften, wie die anderen Elefanten untereinander. Außer mit Bombay.
Spuren in der Seele
Diesen Gefährten verlor sie 1990. Er war an einer Pockenvirusinfektion erkrankt, die er nicht überlebte. Auch Schöpfi steckte sich an und war wochenlang schwer krank. Dieses Erlebnis und der Verlust hinterließen Spuren in ihrer Seele, sagte Jörg Burger, der sie kannte, wie kaum ein Mensch.
Gesund war Schöpfi schon lange nicht mehr. Seit 2000 versteiften sich ihre Gelenke. 2003 bildete sich ein Abszess an ihrem linken Hüfthöcker, der operiert und mit täglichen Spülungen therapiert wurde. Auch am Grauen Star und an Augenentzündungen litt Schöpfi. Zuletzt versuchten die Ärzte vergeblich, eine eitrige Entzündung an der Zehe zum Abklingen zu bringen. In den letzten sechs Monate hatte Schöpfi rund 200 Kilo abgenommen.
All das waren Symptome, die auch Zootierärztin Eva Ziemssen auf Schöpfis Alter zurückführte. ""In der Natur würde ein Elefant, der kaum noch kauen und sich nur mühselig bewegen kann, über einen langen Zeitraum verhungern, und verdursten", sagte sie. Wenn der Mensch ein Tier bis ins hohe Alter pflegt und seine Leiden lindert, habe er ab einem gewissen Punkt auch die Verantwortung für sein Sterben.
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Jochen Giebelmann - Sonny4Animals
Jmpressum siehe notfelle.de