HIER sind die alten THEMA-Berichte
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Mensch und Pavian trennten sich später als gedacht
Die Analyse des 29 bis 28 Millionen Jahren alten Schädelfragments präsentieren die Experten aus Saudi Arabien und den USA im Fachblatt "Nature" (online vorab) vom Donnerstag. Nach Auffassung des Forscherteams war die bisher unbekannte Affenart eine der letzten gemeinsamen Vorfahren von Menschenartigen (Hominoiden), zu denen Menschenaffen inklusive des Menschen gehören, und den Altweltaffen, zu denen neben Pavianen unter anderem Meerkatzen zählen.
Älteren genetischen Untersuchungen zufolge lebte der letzte Vorfahr von Menschenartigen und Altweltaffen vor 35 bis 30 Millionen Jahren. Fossile Belege dafür gab es allerdings nicht. Klar ist jedoch, dass er unter den Schmalnasenaffen, den Catarrhini, zu suchen ist.
Die Forscher um William Sanders von der University of Michigan (Ann Arbor) untersuchten nun die fossilen Überreste eines Affenschädels, der 2009 im Westen des heutigen Saudi Arabiens ausgegraben wurde. Der Schädel gehörte zu einem etwa 15 bis 20 Kilogramm schweren männlichen Tier. Zu den hervorstechendsten Merkmalen zählen ein vorspringendes, schnauzenartiges Mittelgesicht, fehlende Nasennebenhöhlen sowie große und breite Backenzähne.Seine anatomischen Merkmale weisen das Tier den Forschern zufolge als Schmalnasenaffen auf, der noch vor der Trennung der Menschenartigen von den Altweltaffen lebte. Diese müsse folglich später stattgefunden haben als die genetischen Untersuchungen nahelegten. Sie schätzen, dass dies in dem Zeitraum von vor 29 bis 24 Millionen Jahren geschah. Die neue Affenart wurde Saadanius hijazensis genannt - nach Saadan (arabisch Affe) und dem Fundort, der Al Hijaz Provinz.
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© dpa
Genetiker haben das Geheimnis eines extrem langen und gesunden Lebens gelüftet. Sie identifizierten 150 Erbgutmerkmale, die relativ fitte 100-Jährige von ihren Mitmenschen unterscheiden. Das Team um Paola Sebastiani und Thomas Perls von der Boston Universität stellt die genetischen Variationen im Wissenschaftsmagazin "Science" vor. Es schätzt, dass fast jeder siebte Mensch (15 Prozent) über eine Genkombination für Langlebigkeit verfügt.
Doch nur jeder Hundertste (1 Prozent) wird tatsächlich so alt. Dass die anderen genetisch Begünstigten früher sterben, könne an ihrer Ernährung, Bewegungs- oder Schlafmangel, Alkohol, Zigaretten oder einem Unfall liegen, erläuterten die Experten wenige Stunden vor Veröffentlichung ihrer Arbeit bei einer Telefonkonferenz. Im 20. Jahrhundert seien außerdem Millionen von Menschen in relativ jungen Jahren im Krieg gestorben - ob für ein langes Leben prädestiniert oder nicht.
Auf der Suche nach den entscheidenden Anlagen durchsuchte das Team in Boston das Erbgut von 1055 sogenannten Hundertjährigen und 1267 Kontrollpersonen. Die "Hundertjährigen" waren im Alter zwischen 95 und 119 Jahren und nach Worten von Sebastiani und Perls oft noch überraschend fit. Je mehr der 150 maßgeblichen Varianten sie in ihrem Erbgut (Genom) hatten, desto länger lebten sie bei relativ guter Gesundheit.
Mithilfe der genetischen Marker können Sebastiani, Perls und Kollegen die Anlage zur Langlebigkeit bereits mit 77-prozentiger Treffsicherheit ermitteln. Das Team entwickelte einen Chip und will in der kommenden Woche eine Internetseite dazustellen. Diese beiden Werkzeuge sollen Laboratorien in absehbarer Zeit erlauben, die Chancen für ein langes und gesundes Leben aus einem Blutstropfen abzulesen.Allerdings begrenzen die Daten von Zwillingsstudien den Einfluss der Erbanlagen auf die Langlebigkeit auf gerade 20 bis 30 Prozent, heißt es in "Science". Generell liege die Lebenserwartung in den Industrieländern derzeit bei 80 Jahren. Wie groß die Rolle nicht genetischer Faktoren wie vegetarische Ernährung, der Glaube und ein enger Familienzusammenhalt sein können, zeigten die Siebenten-Tags-Adventisten (STA). Mitglieder dieser Religionsgemeinschaft in den USA leben durchschnittlich 88 Jahre, also 8 Jahre länger als andere Amerikaner, wie die Autoren bei der Konferenz betonten.
Daten und Fakten
- Die Zahl der hundertjährigen Deutschen ist heute etwa fünfmal so hoch wie noch vor 30 Jahren.
- Die US-amerikanische "Gerontology Research Group" hat weltweit 77 Menschen registriert, die mindestens 110 Jahre oder älter sind. Unter ihnen befinden sich nur 2 Männer, aber 75 Frauen.
- Der weltweit älteste Mensch ist mit 114 Jahren derzeit Eugenie Blanchard. Sie lebt auf der Karibikinsel Guadeloupe. Der mit 113 Jahren älteste Mann ist der US-Amerikaner Walter Breuning.
- Die durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt beträgt für deutsche Frauen derzeit rund 82, für Männer nur etwa 76 Jahre. Grund dafür ist neben biologischen Nachteilen die oft ungesunde Lebensweise der Männer: Zigaretten- und Alkoholkonsum, beruflicher Stress und höhere Unfallsterblichkeit.
- Mehr als die Hälfte aller heute in den Industriestaaten geborenen Babys können nach Einschätzung von Forschern 100 Jahre alt werden.
http://magazine.web.de/de/themen/wissen/mensch/10727050-Geheimnis-des-langen-Lebens-gelueftet.html
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Forscher entdecken ausgestorbenen Monsterwal
© AFP
Der nach dem Autor des Buches "Moby Dick", Herman Melville, benannte Pottwal "Leviathan melvillei" lebte vor rund 12 bis 13 Millionen Jahren, wie das britische Magazin "Nature" berichtete. Das 14 Meter lange Tier schnappte sich seine Beute demnach mit seinen sich ineinander verschließenden Zähnen und riß dabei wohl tiefe Wunden in das Fleisch seiner Opfer.
Die Wissenschaftler hatten die Existenz solcher Wale schon länger vermutet, hatten bisher aber nur vereinzelt Riesen-Zähne gefunden. Nun entdeckten sie an der peruanischen Südküste das Skelett mit Zähnen so lang und dick wie der Unterarm eines Mannes. "Er muss sehr große Tiere gefressen haben, und die häufigste Beute in dieser Gegend dürften Bartenwale mit einer Länge von sieben oder acht Metern gewesen sein", sagte Olivier Lambert vom Königlichen Belgischen Institut für Naturwissenschaften der Nachrichtenagentur AFP.
Auch die heutigen Pottwale sind hervorragende Jäger, die in tiefem Gewässer vor allem nach Tintenfischen jagen; sie haben aber deutlich kleinere Zähne. "Leviathan" ist den Killer- oder Orcawalen ähnlicher, war aber drei bis viermal größer als diese heute lebenden Tiere.
© AFP
http://portal.gmx.net/de/themen/wissen/tiere/10718670-Forscher-entdecken-Urzeit-Ungeheuer.html
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Sommersonnenwende in Stonehenge
© dpa
Druiden, Sonnenanbeter oder einfach nur Neugierige - etwa 20 000 Menschen hatten die Nacht über an dem mysteriösen Monument bei Salisbury in Südwestengland ausgeharrt und jubelten, als die Sonne gegen 5.00 Uhr Ortszeit zum längsten Tag des Jahres am Horizont erschien.
Die Steinkreise von Stonehenge gelten als das bedeutendste prähistorische Bauwerk Europas. Die Kultstätte aus der Jungsteinzeit gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die bis zu 25 Tonnen schweren Steinkolosse wurden vermutlich etwa 2500 vor Christus aus Wales dorthin geschafft.
Möglicherweise war Stonehenge eine Art Kalender, mit der die Sommer- und die Wintersonnenwende vorausgesagt werden konnten. Das Rätsel um die Bedeutung der geheimnisvollen Stätte wurde bislang nicht vollständig gelöst.
http://portal.gmx.net/de/themen/wissen/mensch/10655704-Sommersonnenwende-in-Stonehenge.html
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Forscherin Goodall fordert mehr Engagement für Artenvielfalt
© afp
Auch wenn das Bewusstsein für den Umweltschutz inzwischen zugenommen habe, führe dies leider nicht immer zu einem veränderten Verhalten, sagte Goodall, die mit ihrer Verhaltensstudie über Schimpansen vor 50 Jahren Weltruhm erlangt hatte, der Nachrichtenagentur AFP.
"Der Verlust der Artenvielfalt ist wie ein Orchester, das nach und nach alle Musiker verliert", sagte Goodall am Rande einer Umweltschutz-Konferenz in Paris. "Wir sind bestimmt die intelligenteste Kreatur, die je auf diesem Planeten herumgelaufen ist. Aber wie kommt es, dass wir die Zerstörung unseres einzigen Lebensraumes erlauben?", fragte die 76-jährige Britin. "Ich habe den Eindruck, dass wir die Weisheit verloren haben, die Weisheit, die Menschen, die heute eine Entscheidung treffen, fragen lässt, welche Folgen dies für nachfolgende Generationen hat."
Umweltschutz sei ein langfristiger Prozess, erforderlich sei ein Wandel bei der Ausbeutung der Ressourcen und ein Ende der kurzsichtigen Profitgier. Statt sich zurückzulehnen und Umweltschutz Politikern und Wissenschaftlern zu überlassen, müsse sich jeder einzelne Mensch engagieren, forderte Goodall. "Wenn alle den gleichen Lebensstandard hätten wie der Durchschnittseuropäer oder -amerikaner, bräuchten wir sechs Planeten", fügte Goodall hinzu.
Das Verschwinden einer einzelnen Pflanze erscheine möglicherweise als nicht sehr wichtig. "Aber angenommen, Sie sind ein Wesen, das sich nur von dieser Pflanze ernährt, dann wird es ziemlich hart für Sie und Sie werden genauso verschwinden, wie Ihre Nahrung." "Die Menschen verstehen das", erklärte Goodall und forderte einfache, aber mitreißende Botschaften im Jahr der Biodiversität.
© AFP
http://magazine.web.de/de/themen/wissen/tiere/10683636-Goodall-warnt-vor-Artensterben.html
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Der Wanderfalke ist wieder da
© dpa
Dass heute in Brandenburg und Mecklenburg wieder 32 Paare brüten, ist der landesübergreifenden Zusammenarbeit von Naturschützern, Förstern und Behörden zu verdanken. Der Bestand gilt als einmalig in Mitteleuropa.
Vor 20 Jahren, 1990, wilderten der Arbeitskreis Wanderfalkenschutz und die Naturschutzstation Woblitz (heute Landesumweltamt Brandenburg) im Norden Brandenburgs die ersten drei Wanderfalken aus, die aus einer Gefangenenzucht stammten. 1996 war die erste Brut in freier Wildbahn erfolgreich. Heute lebt der Großteil der wiederangesiedelten Vögel in Brandenburg, etwa ein Drittel in Mecklenburg-Vorpommern. Mit einer Fachtagung (noch bis Sonntag) mit Teilnehmern aus sechs Ländern in Rheinsberg ist das Wiederansiedlungsprogramm abgeschlossen.
"Wir gehen davon aus, dass sich die Population nun selbst erhalten kann", sagte der Leiter der staatlichen Vogelschutzwarte Nennhausen, Torsten Langgemach, am Samstag. Die für das Aussterben verantwortlichen Gifte sind heute verboten. Von nun an kümmern sich die örtlichen Förster um den Horstschutz. Alle Jungfalken sind beringt und werden auch weiterhin beobachtet.
"Dass es gelungen ist, eine Art wiederanzusiedeln, die komplett ausgestorben war, ist gerade im Jahr der Biodiversität ein großer Erfolg", stellte Langgemach fest. Das Prozedere war aufwendig: Bis 2009 wurden insgesamt 584 junge Wanderfalken freigelassen. In Gehegen auf hohen Kiefern konnten sie sich an ihre Umgebung und die spezielle Lebensweise von Baumbrütern gewöhnen. Später wurden Jungtiere wildlebenden Paaren zur Adoption gegeben.
Eingebunden waren Auswilderungsstationen in Mecklenburg, Brandenburg sowie Sachsen-Anhalt. Die meisten Jungfalken kamen aus Gefangenschafts-Nachzuchten, weiterer Nachwuchs wurde aus gefährdeten Gelegen in Bauwerken geborgen. Der Wanderfalke ist fast überall auf der Welt vertreten. Für das mittel- und osteuropäische Flachland typisch ist die auf Bäumen brütende Art; normalerweise brüten die Vögel auf Felsen oder - wie in der Tundra - auf dem Boden.
http://magazine.web.de/de/themen/wissen/tiere/10519482-Wanderfalke-von-den-Toten-auferstanden.html
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Grönland darf künftig Buckelwale jagen
© dpa
Agadir (dpa) - Grönland darf künftig auch Buckelwale jagen. Die Internationale Walfangkommission (IWC) billigte am Freitag im marokkanischen Agadir einen entsprechenden Antrag Dänemarks. Die umstrittene Ausweitung der geduldeten Waljagd auf eine weitere Art ist eines der wenigen greifbaren Ergebnisse der einwöchigen Jahreskonferenz des Gremiums, die am Freitag zu Ende ging. Zum Start des Treffens der knapp 90 Nationen hatten zunächst Bestechungsvorwürfe gegen den Verhandlungsführer, Anthony Liverpool aus Antigua und Barbuda, für Unruhe gesorgt.
Ein Kompromisspapier, den Walfang befristet und unter strengen Auflagen für Japan, Norwegen und Island wieder zu erlauben, war bereits am Mittwoch sowohl am Widerstand der Walfänger als auch der Walfanggegner gescheitert. Die drei Länder nutzen seit Jahren Schlupflöcher des seit 1986 geltenden Moratoriums und töten nach Angaben von Umweltschützern pro Jahr rund 1500 Großwale.
Vom Walfangverbot sind einige wenige indigene Völker offiziell ausgenommen, die das Fleisch der großen Meeressäuger für ihre Existenzsicherung benötigen. Die Staatengemeinschaft hatte den Ureinwohnern Grönlands bislang den Fang von 178 Zwergwalen, 19 Finnwalen und 2 Grönlandwalen zugestanden. Tierschützer kritisieren schon länger, dass Grönland sein Sonderrecht zu kommerziellen Zwecken ausnutze und Walfleisch in Supermärkten und Restaurants auftauche.
Die Inuit dürfen künftig neun Buckelwale pro Jahr erlegen. Die Fangquote insgesamt bleibt jedoch gleich, da die Zahl der Finnwale reduziert wird. "Dies ist das erste Mal seit Inkrafttreten des Moratoriums, dass die IWC Buckelwale zur Jagd freigibt", kritisierte Sandra Altherr von der Tierschutzorganisation Pro Wildlife. Nicolas Entrup von der Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS sprach von einem "traurigen Ausgang" der Tagung. Grönland habe seine Quoten für den Finnwal gar nicht ausgeschöpft.
Die Umweltschützer glauben, dass die Inuit lieber Buckelwale jagen, weil sich das Fleisch besser verkaufen lässt. Sie forderten, dass sich die Walfangkommission stärker zu einer Walschutzkommission wandeln sollte. Dazu müsse das Thema jedoch mehr zur Chefsache werden und etwa bei G8-Gipfeln auf den Tisch kommen, sagte Altherr.
"Das eigentliche Problem der IWC besteht in der Bestechung von Entwicklungsländern durch die japanische Regierung. Solange es nicht gelöst wird, wird die IWC nicht im 21. Jahrhundert ankommen", erklärte Thilo Maack von Greenpeace. Nach Recherchen der britischen Zeitung "Sunday Times" hatte Japan dem Verhandlungsführer Anthony Liverpool die Reise und das Luxushotel bezahlt.
http://portal.gmx.net/de/themen/wissen/tiere/10687572-Groenland-darf-kuenftig-Buckelwale-jagen.html
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Forscher haben neue Theorie zu Todesursache Tutanchamuns
© AFP/Archiv
Dieser sei möglicherweise doch nicht an Malaria in Kombination mit einem seltenen Knochendefekt, sondern an der erblich bedingten Sichelzellen-Blutkrankheit gestorben, erklärten die Mediziner Christian Timmann und Christian Meyer vom renommierten Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNI).
Tutanchamun, dessen goldene Totenmaske weltberühmt ist, lebte vor rund 3300 Jahren. Der Kindpharao bestieg den Thron mit nur neun Jahren und starb bereits zehn Jahre später. Ein Wissenschaftlerteam hatte im Auftrag der ägyptischen Altertumsverwaltung genetische Profile Tutanchamuns und seiner Verwandten erstellt. Dabei fanden sie die Bestätigung dafür, dass der Herrscher aus einer Inzestbeziehung seines Vaters, des berühmtem Pharaos Echnaton, mit einer seiner Schwestern stammte. Bei der Analyse kamen die Experten zudem zu dem Schluss, dass eine schwere Malaria zusammen mit der Schwächung durch die Köhlersche Knochenkrankheit für den frühen Tod des jungen Pharaos verantwortlich war.
In einem in der US-Fachzeitschrift "The Journal of the American Medical Association" (JAMA) veröffentlichten Kommentar äußerten die Hamburger Forscher nach Angaben des BNI nun aber die Vermutung, Tutanchamun sei womöglich eher an der Sichelzellenkrankheit gestorben. Bei dieser nehmen die roten Blutkörperchen eine Sichelform an, verschließen Blutgefäße und schädigen Organe und Knochen.Es handle sich um eine Erbkrankheit, die insbesondere in Malariegebieten wie Ägypten vorkomme und zudem ähnliche Befunde wie die Köhlersche Knochenkrankheit hervorrufe, teilten Timmann und Meyer mit. Die Sichelzellenkrankheit passe zudem gut zu Tutanchamuns Abstammung aus einer Inzestbeziehung und seinem Tod als junger Erwachsener. Todesfälle in Folge von Malaria träten nach Erfahrung von Tropenmedizinern dagegen meist im Kindesalter auf, später nur noch sehr selten. Zur endgültigen Klärung der Todesursache sollten deshalb weitere DNA-Tests an der Mumie Tutanchamuns veranlasst werden.
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http://portal.gmx.net/de/themen/wissen/mensch/10670548-Neue-Theorie-zum-Tod-Tutanchamuns.html
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Krokodile "surfen" auf Ozeanströmungen
© dpa
Wie die trägen Schwimmer sich über tausende Kilometer über die Pazifik-Inseln verbreitet hatten, galt jahrelang als Rätsel. Australische Wissenschaftler kamen den Leistenkrokodilen jetzt auf die Schliche. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse im "Journal of Animal Ecology" der ökologischen Gesellschaft in Großbritannien.
Der Verbreitungsraum des größten lebenden Reptils der Welt (Crocodylus porosus) erstreckt sich über 10.000 Quadratkilometer von Ostindien bis auf die Fidschi-Inseln und von Südchina bis Nordaustralien. Die Salzwasser-Krokodile werden bis zu neun Meter lang. Sie haben im ausgewachsenen Zustand praktisch keine natürlichen Feinde. Zu sehen waren sie im Film "Crocodile Dundee".
Hamish Campbell von der Universität Queensland und Kollegen statteten 27 Krokodile aus dem Kennedy-Fluss in Nordqueensland mit akustischen Sendern aus und verfolgten ihre Reisen entlang der australischen Küste. Sie fanden heraus, dass die Tiere sich nur auf dem Weg machten, wenn die Strömung stimmte. Wenn das Wasser die Richtung änderte, gingen sie an Land und warteten die nächste günstige Strömung ab. Ein fast vier Meter langes Männchen legte so in 25 Tagen 590 Kilometer zurück. Die Krokodilgruppen pflegen offenbar auch über tausende Kilometer Distanz offenbar regen Austausch: es haben sich nämlich nie separate Unterarten herausgebildet.
"Die Krokodile können lange im Salzwasser aushalten ohne zu essen und zu trinken", schreibt Campbell. "Wenn sie sich nur auf den Weg machen, wenn die Strömung günstig ist, können sie sehr weite Strecken im Meer zurücklegen."
http://portal.gmx.net/de/themen/wissen/tiere/10578072-Krokodile-surfen-auf-Ozeanstroemungen.html
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Angst vor dem Kollaps im Orbit
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Geknallt hat es nicht, die Explosion fand im luftleeren Raum statt. Dennoch war der Westen anschließend so verstört wie jemand, der mit einem lauten Knall aus dem Tiefschlaf gerissen wird. Als China im Januar 2007 einen veralteten Wettersatelliten mit einer Rakete abschoss, herrschte erst Fassungslosigkeit, dann Empörung. Seit 1985 war kein Satellit mehr abgeschossen worden - damals hatte ein amerikanischer F-15-Kampfjet den Forschungssatelliten "Solwind P78-1" mit einer speziellen Rakete vernichtet.
Der Überraschungscoup Pekings hatte nicht nur politische Verwerfungen und einen weiteren Satelliten-Abschuss durch die Amerikaner zur Folge - er machte auch auf brutale Weise deutlich, wie verwundbar das Satellitennetz ist, von dem inzwischen nicht weniger als das Funktionieren der Zivilisation in den Industriestaaten abhängt.
Ohne die Spitzentechnologie aus der Weltraumforschung wäre vieles nicht möglich. "Wir reden längst nicht mehr nur über die früher häufig genannte Teflon-Pfanne", sagt Harald Borst, Leiter des Weltraumlagezentrums der Bundeswehr in Uedem. Ironischerweise stammt Teflon, das lange als einzig wirklich nützliches Produkt der Raumfahrt genannt wurde, gar nicht aus der Raumfahrt. Inzwischen aber sind nicht nur die Navigationsgeräte in Millionen Autos auf Satelliten angewiesen. Auch die globale Kommunikation, Wetterberichte, Krisenhilfe und -überwachung, wissenschaftliche Forschung, das Militär und die Taktung der Börsen würden ohne die Orbiter kaum mehr funktionieren.
Neben Wissenschaftlern und Friedensforschern fordern inzwischen auch Militärs Schutzmaßnahmen - und das nicht nur für militärische Satelliten. "Satellitensysteme sind das Herz der modernen Gesellschaft", sagte Brigadegeneral Richard Schelleis kürzlich auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin. "Deutschlands nationale Sicherheit wird nur durch die Nutzung des Weltraums garantiert." Deshalb brauche man einen "gesamtstaatlichen Ansatz".
Fünf Hauptgefahren bedrohen die Technik im All:
- Die schnellwachsende Zahl von Satelliten und Trümmerteilen insbesondere im erdnahen Orbit,
- Weltraumwetter, wie etwa die zuweilen heftigen Teilchenwinde der Sonne,
- Anti-Satelliten-Waffen, die sowohl auf der Erde als auch im Orbit selbst stationiert werden können,
- die Manipulation und Fremdsteuerung von Satelliten,
- Angriffe auf die Infrastruktur am Boden.
Wie gefährlich inzwischen die Überfüllung des Orbits ist, wurde erst im Februar auf spektakuläre Art deutlich, als der ausrangierte russische "Kosmos-2251" mit einem Iridium-Kommunikationssatelliten kollidierte. Anschließend war der Orbit - in dem ohnehin schon weit mehr als 6000 Tonnen Müll treiben - um 600 Trümmerteile reicher.
Das Alptraumszenario ist eine galoppierende Vermehrung des Schrotts: Je mehr Trümmerteile es gibt, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass es bald den nächsten Satelliten erwischt - was die Menge des Schrotts erneut steigern würde. Am Ende dieser Spirale wäre der Orbit schlicht nicht mehr benutzbar. Schon heute müssen Satelliten immer wieder größeren Schrottteilen ausweichen und werden von kleineren getroffen. Selbst die Internationale Raumstation musste schon aus Angst vor einem Treffer evakuiert werden. Angesichts der enormen Geschwindigkeiten im Orbit setzen selbst winzige Teile beim Aufprall ungeheure Energien frei.
Zudem müssen Satelliten nicht mit Raketen abgeschossen werden, so wie es die Chinesen und die Amerikaner inzwischen demonstriert haben. Sie können auch auf weniger martialische Art relativ leicht ausgeschaltet werden. Das Navigationssystem GPS etwa kann schon durch den Einsatz einfacher Störsender, sogenannter Jammer, lokal blockiert werden. "Das ist selbst für Laien machbar", sagt Borst. Das schwache GPS-Signal könne von stärkeren Sendern auf der gleichen Frequenz überlagert werden, was auch den Einsatz satellitengesteuerter Präzisionswaffen erschweren oder gar unmöglich machen könnte.
"Wir müssen im eigenen Interesse ein Weltraum-Lagebewusstsein entwickeln", sagte Bundeswehrgeneral Schelleis im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. "Es gibt in der gesamten westlichen Welt ein vitales Interesse an einer funktionierenden Satelliten-Infrastruktur." Deutschland müsse sich, was die Satellitentechnologie betreffe, keineswegs vor anderen Staaten verstecken - nicht einmal vor den USA. "Wir sollten uns unserer Fähigkeiten bewusst werden", sagte Schelleis.
Als Erfolgsgeschichte gilt etwa das System "SAR-Lupe", das aus fünf identischen Kleinsatelliten besteht. Mit ihren Radarwellen durchdringen sie nicht nur Wolken, sondern können ihr Ziel auch aus mehreren Positionen zugleich ins Visier nehmen, was eine enorm hohe Auflösung ergibt. Auch auf anderen Gebieten stehen die Deutschen an der Weltspitze - etwa bei der Beobachtung von Weltraumschrott. So gilt das an der TU Braunschweig entwickelte Simulationsmodell "Master 2005" als eines der besten der Welt.Die deutsche Raumfahrtindustrie ist auf einem Wachstumskurs, der angesichts der Wirtschaftskrise erstaunlich ist. 2009 machte die Branche einen geschätzten Umsatz von zwei Milliarden Euro, was nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) einem Plus von 14 Prozent gegenüber 2008 entspricht. Fast ebenso rasant stieg die Beschäftigtenzahl: 6200 Menschen arbeiteten demnach 2009 in der Raumfahrtindustrie, fast zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Hinzu kommen rund 5600 Mitarbeiter an Forschungsinstituten. "Wissenschaftlich ist Deutschland führend in Europa, insbesondere in der Erdbeobachtung", sagte Evert Dudok, Chef der EADS-Raumfahrttochter Astrium, auf der ILA.
"Wenn es gelingt, diese unterschiedlichen Arten von Expertise zu bündeln, erkennen auch die USA den Wert der Kooperation mit uns", sagt Weltraumlagezentrum-Chef Borst. Bündelung bedeutet in diesem Fall auch, dass Streitkräfte und zivile Unternehmen eng zusammenarbeiten. So brachte Ende Mai eine Ariane-5-Rakete der Europäischen Weltraumbehörde Esa den zweiten Kommunikationssatelliten der Bundeswehr, "ComsatBW-2", ins All. Das erste Exemplar ist seit Oktober 2009 im Orbit. Die 2,5 Tonnen schweren Geräte werden vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Oberpfaffenhofen gesteuert. Sie sollen der Bundeswehr und der Regierung abhörsichere Gespräche und Datentransfer garantieren. Auch der vor allem als Forschungssatellit bekannte "TerraSAR-X" des DLR versorgt die Bundeswehr mit Daten.
Experten bezweifeln Fähigkeiten der Bundeswehr
Unabhängige Fachleute bezweifeln allerdings massiv, ob die westlichen Regierungen und damit auch die Bundeswehr in der Lage sind, selbst die notwendigsten Satellitensysteme zu schützen. "Die Bundeswehr ist für den Friedensbetrieb optimiert", spottet ein Experte aus der Rüstungsindustrie. "Die Hacker-Resistenz ihrer Systeme ist gleich Null." Im Kriegsfall bekäme man vermutlich "Büroklammern statt Kanonenkugeln geliefert".
Bundeswehrangehörige räumen durchaus ein, dass die Organisation der Materialbeschaffung es schwer macht, technologisch auf der Höhe der Zeit zu bleiben. "Unsere Beschaffung benötigt mehr Tempo und mehr Effizienz", sagt Luftwaffengeneral Schelleis. Dafür müsse man hin und wieder auch die vielzitierte "80/20"-Lösung anstreben: 80 Prozent der Fähigkeiten, die auf dem Technik-Wunschzettel stehen, für 20 Prozent der Kosten. "Oft sind es die letzten 20 Prozent der Fähigkeiten, die die Kosten enorm in die Höhe treiben", sagt Schelleis. Von der "Goldrand-Lösung" müsse man sich auch mal verabschieden können - "sonst rennen wir dem Stand der Technik immer hinterher".
Im zivilen Bereich sieht man die militärischen Aktivitäten im All dagegen äußerst kritisch - selbst wenn es um den Schutz der Systeme geht. Denkbar seien etwa völkerrechtliche Probleme. Am besten sei es, das Militär komplett aus dem Orbit herauszuhalten - "sonst wird er bald überhaupt nicht mehr nutzbar sein", meint ein Mitarbeiter einer privaten Raumfahrtfirma.
Angst vor der Unbenutzbarkeit des OrbitsDer Hamburger Friedensforscher Götz Neuneck sieht das ähnlich. Er fordert einen internationalen Vertrag, der den Zugang zum All reguliert und jeglichen Angriff auf Satelliten ächtet. Zwar ist seit 1967 der "Outer Space Treaty" der Vereinten Nationen in Kraft, doch er verbietet lediglich die Stationierung von Massenvernichtungswaffen im All. Alles andere ist demnach erlaubt. Das sei eine klaffende juristische Lücke, sagte Neuneck zu SPIEGEL ONLINE. "Sie ließe sich durch ein Zusatzprotokoll zum Weltraumvertrag schließen."
In einer völkerrechtlich verbindlichen Ächtung der Weltraum-Kriegführung sieht Neuneck das einzige probate Mittel, die wertvolle Satelliten-Infrastruktur zu schützen. Denn technische Maßnahmen, Satelliten gegen gezielte Angriffe zu schützen, seien entweder nicht vorhanden oder viel zu teuer. Allerdings sei es kein gutes Zeichen, dass es einen solchen Vertrag trotz mehrerer Satelliten-Abschüsse und einer großen Kollision noch nicht gebe. "Vielleicht", sagt Neuneck, "ist es schon zu spät."
Forscher der TU Braunschweig berechneten anschließend, dass rund 100 Trümmerteile von den Ausmaßen einer Apfelsine, 3700 kirsch- bis pfirsichgroße Brocken und etwa 150.000 Splitter im Millimeterbereich zusätzlich um die Erde kreisten - und das ausgerechnet in einer Höhe von 700 bis 900 Kilometern, wo zahlreiche Erdbeobachtungssatelliten unterwegs sind.
© SPIEGEL ONLINE
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162-köpfige Familie lebt unter einem Dach
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Vor allem auf dem Land gelten Kinder in Indien noch als Alterssicherung. Ein Sohn sollte es mindestens sein. Das hat das Oberhaupt einer Familie im Bundesstaat Mizoram mehr als beherzigt. Der 66-jährige Vater Ziona ist mit 38 Frauen verheiratet und zeugte mit ihnen insgesamt 94 Kinder, wie "Dnews.de" meldet. Viele dieser Kinder haben ihrerseits bereits eigenen Nachwuchs bekommen, so dass die Familie mittlerweile aus drei Generationen besteht und 162 Mitglieder zählt.
Das macht auch 162 Mägen, die Tag für Tag gefüllt werden müssen. Für ein Abendessen, das die Frauen in der kleinen Küche des Hauses zubereiten, werden beispielsweise 30 bis 35 Kilo Schweinefleisch und 50 Kilo Reis benötigt.
Mit der Privatsphäre wird es bei so vielen Menschen natürlich schwierig: Nur einige der Söhne hätten eigene Zimmer im RCC Building, das "House of the New Generation" genannt wird und in dem die Familie laut "Dnews.de" lebt.
Vater Ziona ist Oberhaupt der Sekte "Ziona Ka Pa", die fast 3.000 Mitglieder zählt. Mit seinem Frauen- und Kinderreichtum setzt er die Tradition seiner Vorgänger fort: Sein Vater und früherer Sektenanführer Chana hatte angeblich sogar noch mehr Frauen.
Klimawandel fördert Globalisierung der Pflanzen
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Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universitäten Bonn, Göttingen und Yale. Das bedeute jedoch nicht nur einen Gewinn für die westlichen Länder. Insgesamt werde die Artzusammensetzung den Modellrechnungen nach etwas einheitlicher und einzigartige Pflanzen könnten verschwinden. Somit komme es auch im Pflanzenreich zu einer Globalisierung. Zusätzliche Arten könnten laut Studie vor allem dort Lebensraum finden, wo es heute noch kühl und feucht ist. In heute trockenen und warmen Regionen wie den Tropen und Subtropen verschlechtern sich dagegen die Aussichten für eine hohe Artenvielfalt. Die Studie ist in den "Proceedings" der britischen Royal Society (online vorab) vom Mittwoch veröffentlicht.
Am negativsten könnte sich die Erwärmung auf die Artenzahlen der Pflanzen in den tropischen Amazonas-Regenwäldern Südamerikas auswirken. Für Deutschland erwarten die Wissenschaftler hingegen in Zukunft Klimabedingungen, die mehr Arten Lebensraum bieten.
Dies könne aber kaum als Gewinn gewertet werden, heißt es in einer Erklärung von Projektleiter Jan Henning Sommer vom Bonner Nees- Institut für Biodiversität der Pflanzen. "Wenn es zu einer verstärkten Umverteilung von Pflanzenarten kommt, wird sich die Zusammensetzung der Arten in den verschiedenen Regionen der Welt immer mehr vereinheitlichen. Einzigartige, an besondere Standortbedingungen angepasste Arten würden dadurch mehr und mehr verdrängt werden."
Die Forscher warnen vor den Auswirkungen einer halbherzigen Klimapolitik. Begünstigte und benachteiligte Gebiete halten sich bei einem Anstieg der globalen Temperatur um 1,8 Grad Celsius gegenüber dem Jahr 2000 im weltweiten Mittel noch die Waage. "Selbst wenn die in Kopenhagen vereinbarten Klimaschutzziele eingehalten werden, steuern wir eher auf einen Temperaturanstieg von bis zu 4 Grad Celsius zu", sagt Sommer. In diesem Fall ginge im Durchschnitt Lebensraum für mehr Pflanzenarten verloren, als an anderer Stelle neu entstünde.
http://portal.gmx.net/de/themen/wissen/klima/10114236-Klimawandel-beeinflusst-Pflanzen.html
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Forscher entschlüsseln aktive Gedächtnisspuren
© Lifeline.de
Im Alltag ist unser Arbeitszeitgedächtnis immer wieder gefragt. Ohne seine Dienste wäre es uns nicht möglich, Informationen wie Termine oder Namen kurzfristig im Gedächtnis zu speichern. Wie genau das Merken solcher Informationen jedoch vonstatten geht, war bisher nicht bekannt. Unklar war, ob Inhalte behalten werden, indem sie das Gedächtnis kontinuierlich abspielt oder aber immer wieder wiederholt. Aufgrund der besonderen technischen Voraussetzungen konnte diese Fragestellung bisher nicht wissenschaftlich untersucht werden.
Neurologen und Neurowissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und der Universität London konnten nun erstmal Licht ins Dunkel bringen. Ihnen ist es gelungen, den Inhalt von Hirnaktivität gewissermaßen live zu entschlüsseln.
Für die Untersuchung versuchten Probanden, sich Details einiger Bilder einzuprägen und im Gedächtnis zu behalten. Die Arbeitsgruppe um Professor Emrah Düzel zeichneten währenddessen die Hirnaktivität der Versuchspersonen auf. Mit Hilfe eines mathematischen Algorithmus entschlüsselten sie außerdem, welche Informationen sich gerade im Arbeitsspeicher bewegten. Auf diese Weise gelang es den Forschern, zu zeigen, dass die eingeprägten Informationen während des Merkens kontinuierlich und periodisch abgespielt werden. Mit ihrer Forschungsarbeit ist es den Wissenschaftlern erstmals geglückt, zu zeigen, wie genau das Merken von Informationen vor sich geht. Die technische Fähigkeit, den Inhalt von Hirnaktivität mit hoher zeitlicher Genauigkeit zu entschlüsseln, könnte in Zukunft wesentlich dazu beitragen, die Ursachen von Gedächtnisstörungen besser zu verstehen.
Quelle: Nach Informationen des Journals "Current Biology" und der Universität Magdeburg
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In dänischem Fjord gestrandeter Wal schwimmt wieder
© AFP
Das Tier habe offenbar wieder Kraft gefunden und sich bewegt, sagte ein Polizeisprecher. Der Finnwal sei allerdings "weiter in den Fjord hinein und nicht zur offenen See" geschwommen. Der Feuerwehr sei es nicht gelungen, das 15 Meter lange und bis zu 30 Tonnen schwere Tier in die entgegen gesetzte Richtung zu leiten. Am Abend befand sich das Tier den Angaben zufolge bei Ebbe wieder in nur gut einem Meter tiefen Wasser nahe des Hafens von Vejle.
Tierschützer hatten am Mittwochabend bereits alle Hoffnungen aufgegeben, den gestrandeten Wal noch retten zu können. Die Retter untersagten den tausenden Schaulustigen, sich dem Tier zu nähern und forderten, es "in Ruhe sterben zu lassen". Experten gingen davon aus, dass das drei bis vier Jahre alte Tier krank ist. Finnwale sind die zweigrößten Tiere der Welt - nach den Blauwalen. Sie gelten als vom Aussterben bedroht.
© AFP
Eine unbeschreibliche Begegnung mit den wunderschönen Meeresbewohnern.
www.mydays.de/DelfinenschwimmenWal- und Delfinsterben stoppen - Sie können als Pate mithelfen
www.wdsf.eu/delfinpatenschaftenEichprozessionsspinner sind wieder unterwegs
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Forscher entschlüsseln Orang-Utan-Gesten
Erica Cartmill und Richard Byrne von der Universität St. Andrews fanden heraus, dass die Affen genauso absichtlich, entschlossen und manchmal wild gestikulieren wie Menschen. Die Studie erscheint im Journal "Animal Cognition".
Da es bei den Orang-Utans auf die nichtsprachliche Kommunikation ankommt, wollten die Forscher die Gesten der Tiere systematisch erfassen. Erstmals wurde damit untersucht und entschlüsselt, was ein Affe mit seinen Ausdrucksbewegungen seinem Gegenüber sagen möchte.
Um Missverständnisse bei den Gesten der Tiere aus dem Weg zu räumen, haben die Primatenforscher neun Monate lang 28 Orang-Utans in drei europäischen Zoos beobachtet. Dabei entdeckten die Biologen zunächst 64 verschiedene Gesten. 40 davon nutzten die Orang-Utans oft genug, um ihre Bedeutung zweifelsfrei zu klären.
Die Affen fuchtelten, teilweise energisch, mit Armen und Beinen, um verschiedene Reaktionen bei ihren Lebensgefährten auszulösen. So wollten sie einen Gegenstand haben, etwas teilen, Körperpflege oder ein Spiel anregen, zu einer gemeinsamen Bewegung auffordern, einen Partner abdrängen oder eine Handlung beenden. Wenn die gewollte Geste mit der gewünschten Reaktion nicht wie erwartet übereinstimmte, versuchten die Orang-Utans es hartnäckiger.
Wenn ein Menschenaffe spielen will, sind Hiebe am wirksamsten. Je nachdem wie verspielt die Artgenossen sind, helfen auch Purzelbäume. Nur Grimassenschneiden zeigt kaum Wirkung. "Orang-Utan-Gesten werden mit der Erwartung bestimmter Verhaltensreaktionen gemacht", schreiben die Forscher in ihrem Artikel. "Daher haben sie bewusste Bedeutungen ebenso wie funktionale Resultate."
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BADEN-WÜRTTEMBERG
Karlsruhe - Tierquälerei: Was ist ein Katzenleben wert?
Karlsruhe - 5000 Euro Belohnung für Hinweise auf einen Tierquäler, durch dessen Hand zwei Katzen qualvoll sterben mussten: Soviel ist einem Privatmann das Leben der Tiere wert, deren Peiniger die Polizei derzeit in Karlsruhe sucht. Doch welchen Wert misst der Staat einem Tierleben zu?
Immer wieder monieren Tierschützer, dass zu billig davonkomme, wer ein Tier zu Tode quält. »Die Höchststrafe liegt bei drei Jahren Freiheitsentzug. Doch die wird so gut wie nie angewandt«, kritisiert Martina Klausmann vom Landestierschutzverband in Karlsruhe. Tiere, da ist die Tierschützerin sicher, haben einfach keine Lobby.
Für den Tierschutz gebe es kaum Geld – »Der weitaus überwiegende Teil der Tierheime in Baden-Württemberg wird privat und ehrenamtlich betrieben« – und auch mit den rechtlichen Befugnissen der Tierschützer sei es nicht weit her: »Im Gegensatz zum Naturschutz haben wir immer noch kein Verbandsklagerecht«, klagt Klausmann. So können sich die Tierschutzverbände nicht auf das Tierschutzgesetz berufen und selbstständig gegen Verstöße klagen.
Klausmann und den Kollegen bleibt nur die Beratung. »Wenn wir wissen, wo das oder die gequälten Tiere sind, schicken die Tierschutzvereine einen Tierschutzberater vorbei.« Seien die Halter beratungsresistent, könne der Tierschutz nur an die Polizei oder das Veterinäramt übergeben.
Oft ist es aber auch nicht der Halter selbst, der ein Tier quält: »Da werden Hunde aufgehängt, Igel angezündet, Schafe geköpft oder Pferde verstümmelt«, weiß die Tierschützerin. Und fragt sich bei solchen Fällen, ob das nächste Opfer ein Mensch sein wird. Besonders bitter sind diese Taten, weil sie meist unbeobachtet passieren: Hier sei nur die Anzeige gegen unbekannt möglich, verbunden mit der Bitte an die Bevölkerung, Auffälligkeiten zu melden. Erfolg ungewiss: In den seltensten Fällen kann der Täter ermittelt werden.
Täter bleiben oft unerkannt
Nach Ansicht von Jost-Dietrich Ort von der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht (DJGT) auch ein Hauptgrund dafür, dass der Tierschutz häufig als zu lasch empfunden wird. »Der Strafrahmen im Tierschutzgesetz liegt zwischen einer Geldstrafe von fünf Tagessätzen und drei Jahren Freiheitsstrafe«, gibt der ehemalige Staatsanwalt einen Überblick über die juristischen Möglichkeiten.
»Die Höchststrafe muss auch im Tierschutzgesetz auf fünf Jahre erhöht werden. Im deutschen Strafrecht ist dies die ›Normalgrenze‹ für allgemeine Delikte wie einfacher Diebstahl, Unterschlagung, Betrug oder Körperverletzung«, fordert Ort.
Verrückt findet der Jurist auch, dass versuchte Tierquälerei oder -tötung nicht strafbar sei. Mit Blick auf das Staatsziel Tierschutz im Grundgesetzartikel 20a sei schwer verständlich, dass hier wie bei versuchter Sachbeschädigung bestraft werde. Oder die Strafe bei herrenlosen Tieren gleich ganz entfalle – so wie bei versuchter Schädigung des eigenen Tieres.
Dennoch hält Jost-Dietrich Ort das deutsche Tierschutzgesetz auch im europäischen Vergleich für ganz ordentlich. »Wir haben durchaus Fälle, in denen Freiheitsstrafen auch bei Ersttätern verhängt wurden. In Frankfurt haben zum Beispiel zwei Angeklagte jeweils neun Monate dafür bekommen, dass sie Katzenbabys vom Nachbarn, die sie störten, aus dem fahrenden Auto warfen.«
Das Leiden der Tiere werde im Gesetz berücksichtigt. Etwas komplizierter wird es, wenn psychische Störungen hinter der Quälerei stehen: »Täter wie die ›Pferderipper‹ müssen zunächst psychiatrisch begutachtet werden. Hier sind es meist sexuelle, sadistische Motive, die zu grausamen Misshandlungen führen«, weiß Ort, der bei der Staatsanwaltschaft Hanau mehr als 25 Jahre lang in Tierschutzsachen tätig war. Ist der Täter schuldfähig, erwartet ihn bei der Schwere der Schuld eine längere Haft.
Einen solchen Fall hat die Polizei Freiburg vor wenigen Wochen an die Justiz weitergegeben. Im Herbst vergangenen Jahres hat ein 39-Jähriger in Schallstadt-Mengen (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) eine Stute und eine Ziege verstümmelt. Die Stute verletzte der Südosteuropäer außerdem schwer am Auge.
Wenig später schändete er in Staufen eine weitere Stute. Dass der Tierschänder ermittelt werden konnte, ist laut Karl-Heinz Schmid von der Freiburger Polizei einem Knopf zu verdanken: »Der Mann hat einen seltenen Knopf am ersten Tatort verloren.« Bei der Durchsuchung seiner Wohnung im Elsass haben die Kollegen die Jacke gefunden, an der der Knopf fehlte.
»Wir gehen allen Hinweisen auf Tierquälerei nach, bitten die Öffentlichkeit um Hinweise und untersuchen auch unser Archiv auf Hinweise zu Personen im Umfeld der Tat, die vielleicht schon einmal auffällig geworden sind«, erklärt Schmid. Nicht immer werden sie wie jetzt fündig.
Die Kollegen aus Karlsruhe wissen dagegen schon, wer die Katzen totgequält hat. Jetzt müssen sie den Täter nur noch finden. Vor einer Woche hatte er eine Katze geschändet und das tote Tier anschließend in ein Gebüsch geworfen. Am Sonntag dann quälte er eine weitere Katze in einem Keller derart, »dass Hausbewohner durch Schmerzensschreie des Tiers aus dem Schlaf geschreckt wurden«, wie die Polizei jetzt mitteilte.
Als die Nachbarn nach dem Rechten sahen, begegneten sie dem mit sich selbst sprechenden Täter. Die Katze starb wenig später in der Tierklinik. Den Zeugen fiel ein verwirrter Blick des Mannes auf. Womöglich ein weiterer psychisch gestörter Täter.
Von Wiebke Bomas
http://www.schwarzwaelder-bote.de/wm?catId=9271050&artId=14951592&offset=2
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Pottwale gleichen CO2-Ausstoß von 40.000 Autos aus
© AFP
Die bis zu zwanzig Meter langen Säugetiere galten bisher eher als schädlich für den Kohlendioxid-Gehalt (CO2), denn sie atmen das Treibhausgas in großen Mengen aus. Nun fanden australische Biologen aber heraus, dass jeder der schätzungsweise 12.000 Pottwale in den südlichen Ozeanen rund fünfzig Tonnen Eisen pro Jahr ins Meer ausscheidet, nachdem er die Fische und Tintenfische verdaut hat, von denen er sich ernährt. Das Eisen ist ein wichtiger Nährstoff für das Plankton an der Meeresoberfläche; diese winzigen Algen nehmen CO2 aus der Atmosphäre auf.
Durch den ausgeschiedenen Dünger tragen die Wale der Studie zufolge zum Abbau von 400.000 Tonnen Treibhausgas jährlich bei, doppelt soviel wie sie selbst ausatmen. Im Vergleich: 200.000 Tonnen CO2 entsprechen nach Angaben der US-Umweltschutzagentur EPA dem Ausstoß von fast 40.000 Pkw.
Die Zukunft der Pottwale und anderer Arten kommt nächste Woche in Agadir in Marokko auf den Prüfstand: Dort wird die Internationale Walfangkommission (IWC) über einen Plan beraten, der eine Lockerung eines 24-jährigen Moratoriums für den kommerziellen Walfang vorsieht. Trotz der bisherigen Auflagen betreiben Länder wie Japan oder Island weiterhin die Jagd auf die riesigen Säugetiere.
© AFP
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Kopfschütteln heißt auch bei Bonobos "Nein"
© dpa
Solche eindeutigen Gesten seien bisher nur bei Schimpansen beobachtet worden, berichten Forscher des Leipziger Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie, der Freien Universität Berlin und der britischen Universität Portsmouth in der Fachzeitschrift "Primates".
Für ihre Studie haben die Wissenschaftler um Christel Schneider Bonobos in den Zoos von Leipzig und Berlin sowie im belgischen Tierpark Planckendael beobachtet. Sie wiesen unter anderem nach, dass Bonobo-Mütter ihre Jungen mit einem Kopfschütteln zurechtweisen.
So spielte ein Jungtier zum Beispiel mit einem Stück Lauch, was seiner Mutter nicht gefiel. Das Junge gehorchte aber nicht. Daraufhin sah ihm die Mutter in die Augen und schüttelte deutlich den Kopf.
Faszinierende Bilder aus der Welt der Affen
Unsere Verwandten sind exotisch, aber erstaunlich menschlich. mehr
Andere neue Forschungsergebnisse wiesen darauf hin, dass Bonobos toleranter und kooperativer seien als andere Menschenaffen - zum Beispiel Schimpansen, Gorillas oder Orang-Utans, schreiben die Wissenschaftler.
Bonobos hätten ein ausgeklügeltes und weniger hierarchisches Sozialsystem. Auch Weibchen können Führungsrollen übernehmen. Bonobos verständigten sich auch auf vielfältigere Weise als andere Menschenaffen. Das Kopfschütteln als Nein-Geste beobachteten sie bei vier erwachsenen Zoo-Tieren. In Freiheit leben Bonobos im Kongo in Afrika, am liebsten im tropischen Regenwald.
http://portal.gmx.net/de/themen/wissen/tiere/10395964-Kopfschuetteln-heisst-auch-bei-Affen-Nein.html
Chronic Fatigue Syndrom/Myalgische Enzephalopathie - was ist das?KurzinfoDas Chronic Fatigue Syndrome/Myalgic Encephalopathy CFS/ME ist eine in Deutschland noch wenig bekannte Erkrankung. In den USA wird sie auch als Chronic Fatigue Immune Dysfunction Syndrome - CFIDS - und in Großbritannien als Myalgische Enzephalomyelitis/Enzephalopathie - ME - bezeichnet. Die Weltgesundheitsorganisation klassifiziert sie als neurologische Erkrankung (ICD-10: unter G 93.3).
In anderen Ländern - vor allem im englischsprachigen Raum - ist das Wissen über diese Erkrankung schon sehr viel verbreiteter. Die internationale Forschung läuft, auch wenn es hier noch viele Hindernisse zu überwinden gilt. Die amerikanischen Gesundheitsbehörden, die Centers for Disease Control and Prevention, haben umfangreiche Informationen über CFS ins Netz gestellt. Große Patientenverbände in den USA, in Großbritannien und in Australien vermitteln ihren Mitgliedern nicht nur Unterstützung, sondern auch das jeweils Neueste über Forschung und Behandlungsansätze. Um den Wissenstransfer aus dem Ausland zu beschleunigen, wurde diese Website im Oktober 2005 geschaffen. Sie finden hier neben einigen grundlegenden Informationen zu Diagnose und Behandlung (FAQs und Broschüren) hauptsächlich ausgewählte neue Informationen aus der Forschung, zu Behandlungsansätzen und zur der Situation der Erkrankten in anderen Ländern in den Artikeln des Monats und in den News. ME/CFS ist keine seltene Erkrankung. Große Prävalenzstudien aus den USA lassen vermuten, dass es auch in Deutschland zwischen 200.000 und 300.000 Erkrankte gibt! Und ME/CFS ist auch keine "neue" Erkrankung - seit Jahrzehnten werden immer wieder Clusterausbrüche rund um den Globus berichtet. Eine kleine Aufzählung finden Sie hier. Aktuelles Informationsblatt für Ihren Arzt - hier als pdf-DateiVortrag von Prof. Anthony Komaroff vom April 2010 - umfassende Info Definitionen:
... wird fortgesetzt. |
http://www.cfs-aktuell.de/was_ist_cfs.htm
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Sonnensystem bewegt sich auf riesige Gaswolke zu
© NASA/CXC/JPL-Caltech/PSU/CfA
In etwa 100 Jahren könnte unsere Sonne auf das Gasvorkommen (genannt "Local Bubble") treffen, wie Forscher des "Space Research Centre of the Polish Academy of Sciences" in Warschau prognostizieren. Es ist wahrscheinlich ein Überbleibsel von einer Serie von Supernova-Explosionen, die sich vor einigen Millionen Jahren ereignet haben.
Professor Stanislaw Grzedzielski, Leiter des Forscherteams, sieht darin allerdings keine Gefahr für unser Sonnensystem. "Die Sonne passiert andauernd Wolken mit interstellarem Gas", sagte er dem Fachmagazin "Astrophysical Journal Letters", in dem die Ergebnisse veröffentlicht wurden. Allenfalls könne sich die Heliosphäre (der Bereich um die Sonne) etwas verkleinern und die Menge kosmischer Strahlung darin leicht erhöhen. Aktuell besteht also keine Gefahr für die Erde oder unser Sonnensystem. "Kommende Generationen werden allerdings lernen müssen, wie man Weltraum-Geräte besser gegen höhere Strahlung abschirmt", rät Grzedzielski.
Die Forscher hatten sich nach der Entdeckung der Gaswolke durch den Weltraumsatelliten "IBEX" zunächst gewundert, dass man sie überhaupt sehen konnte. Ursprünglich wurde dies auf chemische Prozesse innerhalb der Wolke zurückgeführt.
Nun haben die Wissenschaftler eine andere Theorie. Auch unser Sonnensystem ist von einer interstellaren Gaswolke umgeben. Diese grenzt direkt an die extrem heiße "Local Bubble". Sie glauben nun, dass der Rand der "Local Bubble" entsteht, weil Atome zwischen den beiden Gaswolken ausgetauscht werden und dabei elektrische Ladung freigesetzt wird.
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Krokodile "surfen" auf Ozeanströmungen
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Wie die trägen Schwimmer sich über tausende Kilometer über die Pazifik-Inseln verbreitet hatten, galt jahrelang als Rätsel. Australische Wissenschaftler kamen den Leistenkrokodilen jetzt auf die Schliche. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse im "Journal of Animal Ecology" der ökologischen Gesellschaft in Großbritannien.
Der Verbreitungsraum des größten lebenden Reptils der Welt (Crocodylus porosus) erstreckt sich über 10.000 Quadratkilometer von Ostindien bis auf die Fidschi-Inseln und von Südchina bis Nordaustralien. Die Salzwasser-Krokodile werden bis zu neun Meter lang. Sie haben im ausgewachsenen Zustand praktisch keine natürlichen Feinde. Zu sehen waren sie im Film "Crocodile Dundee".
Hamish Campbell von der Universität Queensland und Kollegen statteten 27 Krokodile aus dem Kennedy-Fluss in Nordqueensland mit akustischen Sendern aus und verfolgten ihre Reisen entlang der australischen Küste. Sie fanden heraus, dass die Tiere sich nur auf dem Weg machten, wenn die Strömung stimmte. Wenn das Wasser die Richtung änderte, gingen sie an Land und warteten die nächste günstige Strömung ab. Ein fast vier Meter langes Männchen legte so in 25 Tagen 590 Kilometer zurück. Die Krokodilgruppen pflegen offenbar auch über tausende Kilometer Distanz offenbar regen Austausch: es haben sich nämlich nie separate Unterarten herausgebildet.
"Die Krokodile können lange im Salzwasser aushalten ohne zu essen und zu trinken", schreibt Campbell. "Wenn sie sich nur auf den Weg machen, wenn die Strömung günstig ist, können sie sehr weite Strecken im Meer zurücklegen."
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Unterirdische Magmaströme versetzen Berge
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Wo die Kontinentalplatten aneinander stoßen, wird es oft ungemütlich. Wer in diesen Regionen lebt - etwa an der Westküste Nord- und Südamerikas, auf Inseln im Pazifik oder in Island -, muss ständig mit Erdbeben und Vulkanausbrüche rechnen. Allerdings ist nicht immer nur das Zusammenstoßen der tektonischen Platten verantwortlich, wenn Vulkane ausbrechen oder sich Gebirge auftürmen: Auch der Druck des Erdmantels gegen die Erdkruste führt zu den dramatischen Effekten auf der Erdoberfläche.
Das haben Wissenschaftler festgestellt, als sie im Mittelmeerraum die extrem langsamen Ströme des zähflüssigen Gesteins aus dem Erdinneren hin zur Kruste maßen. Danach existiere im Grenzbereich der Kontinentalplatten ein "mobiler Gürtel", in dem Fragmente der Erdkruste unabhängig von den großen Platten umhertreiben. Mit Hilfe dieses Modells erklärt sich beispielsweise das Entstehen des Zentralmassivs in Südfrankreich, berichten die Wissenschaftler um Thorsten Becker von der University of California Los Angeles im Fachblatt "Nature".
"Das Heben und Senken der Erdoberfläche ist nicht beschränkt auf die direkte Lage an den Grenzen von Kontinentalplatten. Es existieren tektonische Aktivitäten weit davon entfernt", sagt Becker. In dem rund 2850 Kilometer dicken Erdmantel bewegen sich wärmegetrieben zähplastische Gesteinsströme zur Erdkruste und sinken wieder ab. Diese sogenannte Mantelkonvektion verursacht die Erdplatten-Verschiebung. Im Mittelmeerraum, wo die Afrikanische und Eurasische Platte aneinanderstoßen, gibt es zudem noch ein Mosaik von kleinen Platten, die sich unabhängig von den großen Platten bewegen.
Laut der Untersuchung sinkt der Strom des Mantels an der Grenze einer Kontinentalplatte ab, bewegt sich aber in einiger Entfernung wieder aufwärts und drückt gegen die Erdkruste. Die dadurch hervorgerufenen Aufwerfungen und Bewegungen an der Oberfläche haben die Forscher mit Hilfe von GPS-Satellitendaten gemessen. Die langsame, aber unaufhaltsame Bewegung äußert sich durch ein sanftes Anheben von Bergen oder durch Erdbeben und Vulkanausbrüche.
Die Wissenschaftler haben zwei Regionen identifiziert, die allein durch diese unterirdischen Umwälzungen entstanden sind: das 200.000 Quadratkilometer große Meseta-Plateau in Spanien und das 85.000 Quadratkilometer große Zentralmassiv in Südfrankreich.
Mit dem Modell sollten sich auch Aufwärtsbewegungen und vulkanische Hotspots über anderen beweglichen Gürteln bestimmen lassen, schreiben die Forscher - etwa in den Nordamerikanischen Kordilleren. Zu denen gehören unter anderem die Sierra Nevada und die Rocky Mountains, die hunderte Kilometer abseits der nächstgelegenen Plattengrenze liegen, die sich an der nordamerikanischen Westküste entlangzieht. "Wir haben jetzt das Werkzeug, um die Antworten zu liefern", erklärt Becker.
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